eglise saint sébastien

Fotos-Photos-Fotos

Église Saint Sébastien

Bereits um 1802 wurde der Zustand der alten Pfarrkirche als desolat bezeichnet; zudem war sie für die Ortschaft Ettelbrück zu diesem Zeitpunkt bereits zu klein. Trotzdem dauerte es noch etliche Jahre, bis über eine Renovierung nachgedacht werden konnte. 1924 wurde vom Gemeinderat festgestellt, dass wegen der Baufälligkeit des Turmes eine Renovierung und Vergrösserung wahrscheinlich den Einsturz des Gebäudes nach sich ziehen würde. Somit würde ein Neubau sinnvoller sein als die Renovierung. Im gleichen Jahr erklärt der Gemeinderat, dass weder Kirchenfabrik noch die Ettelbrücker Bevölkerung (viele von ihnen waren durch den Grossbrand von 1814 verarmt) in der Lage seien, eine Neubau zu finanzieren, wenn nicht die Regierung die Hälfte der Unkosten übernehmen würde.
1825 dann wurde die alte Kirche aus Sicherheitsgründen geschlossen und die Gottesdienste in einen Saal der Primärschule verlegt. An der alten Kirche wurde jedoch nur der baufällige Turm abgetragen und das Gebäude wieder für Gottesdienste zugänglich gemacht.
Erst 1834 trat der Gemeinderat wieder an eine definitive Lösung in Richtung eines Neubaus heran. 1836 wurde diesbezüglich ein Gesuch um eine Unterstützung beim Provinzialrat in Arlon eingereicht.
1836 stellte der Gemeinderat verschiedene Probleme bei der Planung, insbesondere beim Erwerb der für den Bau erforderlichen Grundstücke fest. Desweiteren müssten verschiedene, der Gemeinde gehörende, Häuser abgetragen werden, was einen weiteren finanziellen Verlust darstellte. Es wurde beschlossen, von der Kirchenfabrik die alte Kirche als Ersatz zu fordern. Um die nötigen Gelder zusammenzuführen, bat der Gemeinderat, zwei aussergewöhnliche Holzschläge in den Gemeindewäldern durchführen zu dürfen.
Am 11. Mai 1838 wurde eine Kommission mit der Bestimmung des definitiven Standortes betraut. Verschiedene Probleme mit Grundstückbesitzern, wurden durch geringfügige Planänderungen gelöst. Vorbehalte wurden auch geäussert, dass der Platz zu feucht und für Fundamentbau ungeignet sei. Trotz allem wurde 1839 der Platz von Bürgermeister Herckmanns angeworben. In der Sitzung vom 20. Juni 1839 befasste sich der Gemeinderat mit den vom Architekten und Bezirksingenieur Dagois vorgelegten Plänen und Kostenanschlägen und beauftragte ihn mit der Durchführung des Baus.
Am 10. August 1839 wurde der Bauunternehmer Elter aus Luxemburg mit dem Bau beauftragt. Dieser hatte die Verpflichtung, den Bau ordnungsgemäss durchzuführen; dabei musste er der Gemeinde einen Zahlungsaufschub von 5 Jahren gewähren.
Am 18.Mai 1841 fand in Anwesenheit zahlreicher Notabilitäten die feierliche Grundsteinlegung statt. Im gleichen Jahren wurden zwei Glocken von der Firma Perin et Hemery erworben.
Kaum war der Rohbau der Kirche fertiggestellt, als erste Probleme auftauchten. Als man die Bedachung anbringen wollte, drohte der Neubau wegen schlechter Konstruktion einzustürzen. Die Gemeindeverwaltung strengte einen Prozess gegen die Herren Dagois und Elter an und bekamen Recht. Das Urteil sah unter anderem vor, dass die Angeklagten den Bau zu ihren Kosten abzutragen hätten, und der Gemeinde die schon bezahlte Summe vun 34.000 Franken zurüchzuerstatten habe. Allerdings wurde das Urteil nie wortgemäss vollstreckt. Verschiedene Planänderung wurden verworfen, die Ettelbrücker Bürger beschwerten sich zu recht über die schleichende Vollendung. 1847 wurde der Architekt Gautier mit der Ausarbeitung eines neuen Planes betraut.
1850 erteilte der frühere Genie-Offizier Ernest aus Diekirch den Auftrag, 4 seitliche Kapellen als Verstärkung der Statik an den bereit errichteten Bau anbauen zu lassen. Auf Drängen der Bürger wurde am 21. November 1850 das noch nicht fertige Gotteshaus feierlich eingeweiht. Um den Kirchenbau finanzieren zu können wurden Gemeindegrundstücke veräussert.
Die alte Kirche wurde von der Gemeinde als Lagerhalle umgebaut. Nach und nach wurde die Innenausstattung gekauft, so 1851 der Hauptaltar. Am 4. März 1852 erfolgt die definitive Abnahme der Kirche durch den Distriktarchitekten Biver Im gleichen Jahr liefert der Orgelbauer Breidenfeld aus Trier eine Orgel. 6. Juli 1864: Feierliche Konsekration der Pfarrkirche 1868: erste Abdichtungsreparaturen am Dach über der Orgel müssen durchgeführt werden 1869: Predigtstuhl wird etwas tiefer gesetzt 1871: Fensternischen hinter dem Hauptaltar werden verschlossen 1872: Malermeister Gérard beginnt mit der Dekoration des Chores 1873: Neue Kirchenuhr 1875: Neuer Hauptaltar
1901 werden 3 neue Glocken (do, re und fa) von der Firma Bour und Guenser aus Metz geliefert als Geschenk der Gemeindeverwaltung an die Pfarrei. Allerdings wurde festgestellt, dass eine Glocke zu hoch, die andere zu tief gestimmt sei, so dass sie von der Firma zum Umguss zurückgezogen wurden. Pfarrer Muller liess eine 4. Glocke mitbestellen, die aus Kirchenmitteln finanziert wurden. Die Pfarrkirche verfügte nun über ein vollständiges Geläut, das in der ganzen Gegend gelobt wurde. Von den alten Glocken wurde die kleinste in der Kapelle von Warken eingebaut.
Während des 2. Weltkrieges, bei der Zurückeroberung der Stadt durch allierte Truppen während der Ardennenoffensive 1944, erhielt das Hauptschiff und der Kirchenchor mehrere Granatentreffer. Direkt unter den Schallöchern des Turmes klafften zwei grosse Löcher. Dem damaligen Vikar Joseph Flies gelingt Mitte Januar 1945 die Rückkehr nach Ettelbrück. Da in der Pfarrkirche kein Gottesdienst abgehalten werden kann, funktionniert er das Refektorium im Töchterpensionnat zur Notkapelle um. Bereits am 22.Januar 1945 wird mit dem Wiederaufbau begonnen. Ein kompletter Neuaufbau sowie eine Vergrösserung wurde dabei nicht zurückbehalten, da die Regierung nur 7-12% zum Kirchenbau beitragen wollte und die Gemeinde damit finanziell überfordert war.
Bei der Renovierung des Altarraumes wurden die alten Deckengemälde nicht mehr wiederhergestellt. Am 19. Dezember 1948 fand der feierliche Neueinzug in die Kirche statt, an dem zahlreiche Würdenträger des öffentlichen Lebens teilnahmen. Verbunden war dieser Akt mit der Weihe der neuen Orgel, die von der Firma Haupt aus Lintgen erbaut worden war.
1968 wurde eine komplette Neugestaltung unter Pfarrer Victor Wolff vorgenommen. Dabei verschwanden unter anderem die Seitenaltäre, sowie der Aufsatz mit der Statue des Hl. Sebastian über dem Hauptaltar. Der Hauptaltar sowie der gesamte Innenraum wurden weiss angestrichen und ergaben einen hellen, moderneren, aber kalten Eindruck.
1974 wurde eine neue Orgel, erbaut von der Orgelmanufaktur aus Lintgen, unter der Leitung von Georg Westenfelder errichtet. Die Einweihung fand im Januar 1975 statt. 1981/1982: Unter Pfarrer Robert Quintus wurde die Pfarrkirche wieder neugestaltet Dabei werden etliche Statuen sowie ein Teil des Hauptaltars wieder neu polychromiert, sowie die Mauern neu gestrichen Gleichzeitig wird die alte Läutanlage ersetzt. Die Arbeiten dauerten von nach Weihnachten 1981 bis kurz vor Ostern 1982. Da die Kirche für diese Zeit nicht benutzt werden konnte, wurden die Sonntagsgottesdienste in der Turnhalle des Mädchenpensionnats abgehalten. 1997: Nach einem Brand in der Kirche wurde auch die Orgel gereinigt und einige Register angepasst. 1999: Die Kirche erhält eine neue Beschallungsanlage. Zur Steuerung der Kirchturmuhr und der Läutanlage wird eine Funkuhr eingebaut. 2000: Nach dem Brand von 1997 wurde die Kirche renoviert und neu gestrichen. Dabei wurden die alten Seitentüren durch neue Holztüren ersetzt. 2001: Das eiserne Hauptportal wird durch ein hölzernes Portal ersetzt, dessen Gestaltung an das ursprüngliche Portal angelehnt wurde 2002: Verschiedene Arbeiten schliessen die Renovierung ab 2003: Die Firma Mertens liefert neue Kirchenstühle
( Quellen: Ettelbrück-Die Geschichte einer Landschaft von Joseph FLIES
Pfarrarchiv von Ettelbrück )

Porte des  Ardennes